Redebeitrag zum Globalen Klimastreik am 20. September 2019

Klimakrise – Klimagerechtigkeit – soziale Gerechtigkeit

Ein Statement des
Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit Hannover

Die Folgen der Klimakrise sind schon lange nicht mehr zu leugnen, immer mehr Menschen fliehen aufgrund von Dürren, Überschwemmungen und Extremwetterfolgen. Millionen müssen ihre Heimat verlassen, um zu überleben. Nach einer Greenpeace Studie von 2017 sind jährlich 21,5 Millionen Menschen aufgrund der Klimakrise auf der Flucht.
Es sind vor allem die ärmeren Bevölkerungsgruppen, welche unter den verheerenden Folgen des Klimawandels leiden. Es sind jene, die am wenigsten dafür können und sich selbst am wenigsten schützen können. Neben den durch die Klimakrise entstehenden, unbewohnbaren und für die Landwirtschaft unbrauchbaren Landstrichen führt Ressourcenknappheit auch zu Konflikten und Kriegen, welche ebenfalls eine Fluchtursache für die Betroffenen darstellen.
Der Klimawandel ist Ausdruck andauernder Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die Ungleichheiten, Ausbeutung und Unterdrücken brauchen und reproduzieren. Die Verantwortlichen, die Verursacher*innen des Klimawandels – nämlich vor allem die Industriestaaten – leugnen die Folgen und verweigern die Aufnahme von betroffenen Geflüchteten durch ihr anmaßendes Migrations“recht“.

Die Aufgabe Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession ist es, die sozialen Folgen von Flucht als Arbeitsfeld anzuerkennen und die Menschen in ihren benachteiligten Lebenslagen zu unterstützen. Pädagogik und Bildungsarbeit als Handlungsfelder Sozialer Arbeit sind unabdingbar, um Menschen zu empowern und nachhaltige Handlungsspielräume zu eröffnen. Auch und vor allem die aktive Teilhabe an politischen Prozessen ist Aufgabe Sozialer Arbeit. Ambitionierte Klimapolitik ist mit sozialer Gerechtigkeit vereinbar, sie sind keine Gegensätze. Es ist daher notwendig, Reformkonzepte zu entwickeln, welche sowohl klimapolitisch effektiv und dadurch langfristig sozial sind – und die gleichzeitig kurzfristig soziale Verwerfungen national und global vermeiden.
Wir fordern daher alle Akteur*innen der Sozialen Arbeit auf, sich für Klimagerechtigkeit stark zu machen! Denn: Klimagerechtigkeit bedeutet demokratische Teilhabe, sie ist queerfeministisch und antirassistisch. Klimawandel als Ausbeutungsverhältnis kann nicht abgesondert von anderen Unterdrückungsverhältnissen betrachtet werden!

Wir als AKS solidarisieren uns mit allen Betroffenen der Klimakrise und fordern nicht nur eine Lösung für die Menschen, die aufgrund von Klimaveränderung aus ihrer Heimat fliehen müssen, sondern auch sofortige Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels – soweit noch möglich – zu begrenzen. Ebenfalls solidarisieren wir uns mit allen Schüler*innen, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen!

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