Sichere Einzelunterbringung für Alle! Nacht-Kundgebung auf dem Trammplatz Hannover

Soli Nachtaktion vom 23.02., ab 18 Uhr bis 24.02. vormittags - Trammplatz Hannover: 

Scheiße ist das! Kalt! Sichere Einzelunterbringung für alle! 
Februar 2021 - die Temperaturen fallen auf zweistellige Minusgrade und die Stadt Hannover startet wie fast jedes Jahr eine "spontane Hilfsaktion", indem die Marktkirche geöffnet wird und Menschen in der zugigen U-Bahn-Station Kröpcke schlafen dürfen. Hannovers Sozialdezernentin kommentiert die Aktion: "Es zeigt sich, dass Hannover eine solidarische Stadt ist." Das ist an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu überbieten. Die Temperaturen und die Moral der Stadtverwaltung liegen weit unter dem Gefrierpunkt.  Während massenhaft Hotelzimmer leer stehen, wird den Menschen angeboten, in einer kalten Kirche oder unter einer Rolltreppe zu schlafen, wo sie ausnahmsweise nicht vom Sicherheitsdienst weggeprügelt werden.  Auch die Eröffnung des neuen Tagesaufenthaltes am Stadtrand in Ahlem wird nicht zur Lösung der strukturellen Probleme beitragen. Selbst das gut gemeinte "Housing First"-Projekt oder der sog. "Plan B OK" der Stadt wird den gesellschaftlichen Ausschluss nicht beheben, wenn Betroffene in Wohnkomplexen oder anderweitig gettoisiert werden, anstatt einzelne Wohnungen in bestehenden Nachbarschaften anzumieten.  Wohnungslose Menschen in Hannover ziehen es teils noch immer vor auf der Straße zu schlafen, wenn die Alternative eine Nacht in den Notschlafstellen oder ein fester Platz in einem städtischen Obdach ist. Das ist lange bekannt. Und unter Pandemiebedingungen ist die Situation einfach noch viel beschissener. Die Verwaltungsspitze betont stets, dass "in Hannover niemand auf der Straße schlafen muss". Trotzdem setzen sich viele eher einem potenziellen Kältetod aus, als die freien Kapazitäten der städtischen Unterkünfte zu nutzen. Dass diese Tatsache nicht zu einer intensiven Auseinandersetzung über die Zustände in den städtischen Unterkünften führt, ist zutiefst beschämend.
Aktuell sind über 70 Betroffene in zwei Hotels im Innenstadtbereich und im Jugendgästehaus untergebracht. Dies wurde durch private Spendengelder ermöglicht und zeigt, dass die sofortige menschenwürdige Unterbringung aller Betroffenen möglich ist. Auch wenn wir diese Aktionen ausdrücklich begrüßen, werden wir nicht einfach zulassen, dass die Stadt sich aus der Verantwortung stiehlt und die menschenwürdige Unterbringung von privaten Geldgeber*innen abhängig macht. Als kritische Sozialarbeiter*innen nehmen wir menschenunwürdige Machtstrukturen und politische Missstände in den Blick und fordern Rechte derer Menschen ein, die in dieser Gesellschaft missachtet werden.
In der Nacht vom 23.02. auf den 24.02.2021 veranstalten wir ab 18 Uhr vor dem Rathaus auf dem Trammplatz eine stationäre Kundgebung in Form eines Zeltlagers. Damit wollen wir die Forderungen erneuern, die in den letzten Monaten von Betroffenen und Aktivist*innen aufgestellt wurden, ihnen Nachdruck verleihen und gegen die menschenverachtende Praxis der Stadt im Umgang mit wohnungs- und obdachlosen Menschen aufmerksam machen.
Wir fordern:
-> Eine adäquate und menschenwürdige Einzelunterbringung sofort und für alle!
-> Eine langfristige Strategie, wie Obdach- und Wohnungslosigkeit in dieser Stadt nachhaltig beendet werden kann! Wir, die Betroffenen und Aktivist*innen, werden nicht aufhören, das Elend anzuprangern, das Verwaltung und Politik in dieser Stadt verantworten und verwalten. Wir wollen ein würdiges Leben für Alle, unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Einkommen oder sozialem Status.
Wir fordern die Stadt auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und allen Bürger*innen dieser Stadt ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Kommt am 23.02. ab 18 Uhr alle zum Trammplatz und unterstützt die Aktion bis zum 24.2. gegen Mittag!

Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hannover

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